Kornfeld
Fenster

Kreuzweg am Aberg erstrahlt in neuer Pracht

Nach mehr als 30 Jahren gelungene Renovierung

Seit einigen Wochen strahlen die Stationen des Kreuzwegs am Aberg nach umfassender Renovierung wieder in neuer Pracht. Nötig war diese Renovierung, weil die Bilder in den Kreuzwegstationen in den Jahren seit 1989 stark verblasst waren und die Farbe von den Holztafeln abbröckelte, auf die sie gemalt waren.  Es galt einen Weg zu finden, wie die Bilder neu und haltbarer gestaltet werden konnten. Gemeinsam mit der Kunstwerkstatt Burkhard Weber wurde ein Verfahren entwickelt, bei dem die Originale der Bilder, die sich im Diözesanmuseum in Paderborn befinden, zunächst abfotografiert wurden. Diese Fotografien wurden dann in hoher Qualität auf Aluminiumplatten gedruckt, was im Ergebnis zu einer sehr guten Wiedergabe geführt hat.

Danach mussten die eigentlichen Stationen gründlich renoviert werden. Die alten Bilder wurden entfernt, die Stationen abgeschliffen, gegen Fäulnis behandelt und mit einem neuen Anstrich versehen. Einige Teile mussten auch gänzlich ersetzt werden, wie z. B. die Hinweistafel vor der ersten  Station, die komplett erneuert wurde. Alle Stationen wurden am Fuß mit einer Umhüllung aus Blech versehen. Anschließend wurden die Bilder eingeklebt und die Glas- bzw. Acrylscheiben vorgesetzt.

Die Initiative zu dieser umfassenden Renovierung ging von Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand aus.  Finanziert wurde das Unternehmen vom Freundeskreis St. Alexander sowie dem Schmallenberg Lions Club.

Zur Geschichte dieses Kreuzwegs (v. Helmut Voß)

Im Jahre 1989 wurde vor den Toren der Stadt Schmallenberg am Aberg ein neuer Kreuzweg mit 14 Stationen aufgestellt und eingeweiht. Bei den auf Holz gemalten Stationsbildern handelt es sich um Kopien eines barocken Kreuzweges, von dem vorerst nur bekannt ist, dass er, wie auf der Rückseite der ersten und vierzehnten Station mit schwarzen Buchstaben vermerkt ist, am 28. J. 1812 von einem J.H. Falcke gestiftet worden ist.

Man kann davon ausgehen, dass er früher in der alten Kirche von 1260 gehangen hat. Die 14 Stationsbilder wurden 1987 bei Aufräumungsarbeiten auf dem Dachboden vor dem Pfarrarchiv durch Mitglieder des Pfarrgemeinderates gefunden; unter alten Zeitschriften und Büchern,  in Plastikbeuteln verpackt.

Die Echtheit der Stationsbilder wurde im September desselben Jahres vom Paderborner Kirchenrestaurator A. Ochsenfarth und einem Münchener Spezialinstitut für Farbanalysen bestätigt. Sie wurden dann durch die Firma Ochsenfarth gereinigt, restauriert und konserviert und fanden einen Platz in der alten Kirche.

Der Gedanke, in Verbindung mit dem Prozessionsweg am Aberg einen Kreuzweg zu errichten, war schon vor der Wiederentdeckung der alten Stationsbilder vom damaligen Pfarrer Rudolf Dalski angeregt worden. Hintergrund war, dass in den vergangenen Jahren vielerorts neue Kreuzwege angelegt worden waren. Hinzu kam, dass es früher einen Kreuzweg von Schmallenberg aus bis auf den Wilzenberg gab. Dieser hatte aber nur sieben Stationen und man nannte diesen Kreuzweg früher die „Sieben Fußfälle".

Unter großer Beteiligung der Gemeindemitglieder wurden dann über die Entwürfe und Standorte der einzelnen Stationen beraten und entschieden. Die Leitung wurde dem Architekten Martin Kersting aus Schmallenberg übertragen, der auch die Stationshäuschen entworfen hat.

Eine Besonderheit war die Anbringung der XII. Station, „Jesus stirbt am Kreuz“, an dem mächtigen Kruzifix auf den Soldatengräbern auf der Höhe des Abergs, die an das Leiden und Sterben der Opfer des II. Weltkrieges erinnern soll und dort vor allem an diejenigen, die in den erbitterten Kämpfen in Schmallenberg, gerade am Aberg, ihr Leben lassen mussten.

Auf der ersten Tafel ist zu lesen: „Dieser Kreuzweg mit Kopien gestifteter origineller Stationsbilder von J.H. Falcke 28. J. 1812 wurde 1989 aus Spenden der St. Alexander Gemeinde errichtet. Sein Verlauf erinnert im unteren Teil an die 1769 durch Stifterurkunde belegten „Sieben Fußfälle" auf dem Weg zur Wilzenburg, einer Vorform des Kreuzweges. Durch die Einbeziehung der Soldatengräber (XII. Station) soll an Leid und Tod während des zweiten Weltkrieges erinnert werden"

ImpressumDatenschutz