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Was macht die digitale Transformation mit den Menschen?

Das Netzwerk Wege zum Leben stellt sein Projekt für die REGIONALE 2025 vor

Südwestfalen/Schmallenberg. Die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche bedeutet für Wirtschaft und Gesellschaft eine Umwälzung von historischen Ausmaßen. Was sind die Potentiale, was die Risiken dieses Wandels? Danach fragt ein Projekt mit dem Titel „Wege zum Leben Südwestfalen. In der digitalen Transformation“, das am 28. Juni in der Jugendkunstschule in Schmallenberg der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Initiator ist das südwestfälische „Netzwerk Wege zum Leben.“, das bereits den Spirituellen Sommer verantwortet und das sich mit dieser Idee an der REGIONALE 2025 beteiligt.

Wo nutzt Digitalisierung der Verbundenheit zwischen den Menschen, wo wirkt sie entfremdend und fragmentierend? Solche Fragen stellt das Projekt. „Es zielt darauf ab, belastende Auswirkungen der Digitalisierung bewusst zu machen und auszugleichen. Und wir finden, dass die Landschaft, die Menschen und die kulturelle Vielfalt in SWF bestens dazu geeignet sind Räume und Veranstaltungen anzubieten, in denen Verbundenheit erfahren und gefördert wird. Geplant sind vier Bausteine: ein Festival, ein Denklabor, Erzählende Orte und Erzählorte und so genannte Kontrasträume, allesamt abseits von digitalem Stress und Beschleunigung“, so die Kulturwissenschaftlerin Susanne Falk. Sie leitet das Projekt zusammen mit Katja Lutter, Geschäftsführerin von Schmallenberger Sauerland Tourismus und dem Berliner Kurator und Moderator Michael Gleich.
Die vier Bausteine werden zusammen mit einem Netzwerk von ehrenamtlich und hauptamtlich tätigen AkteurInnen aus Kultur, Tourismus, Wissenschaft, Wirtschaft, Kirche, Regionalentwicklung und Heimatarbeit entwickelt. „Die Sichtweisen ganz unterschiedlicher Disziplinen auf das Thema sind uns wichtig,“ sagt Katja Lutter. So solle ein umfassendes Bild einer gesellschaftlichen Entwicklung gezeichnet werden, dessen Ausmaß erst langsam sichtbar wird, „weil Digitalisierung oftmals unsichtbar und geräuschlos vor sich geht“. Erstmals werde das Nachdenken über deren Folgen in einer ländlichen Region verankert. Die InitiatorInnen wollen Südwestfalens kulturelle, landschaftliche, wirtschaftliche und spirituelle Ressourcen einbinden, um Wege zu finden, die aufzeigen, wie es gelingen kann, „verantwortungsvoll und selbstfürsorglich“ mit den neuen digitalen Welten umzugehen.

Zur Vorstellung des Projekts in der Öffentlichkeit waren Interessierte aus ganz Südwestfalen in der Jugendkunstschule in Schmallenberg zusammengekommen. Erste Verbindungen zwischen den Anwesenden (Verbundenheit ist ein zentraler Aspekt des Projekts) schuf die Berliner Künstlerin und „Menschen-Zusammen-Bringerin“ Meike Ziegler anhand der Steine, die die Gäste von zu Hause mitgebracht hatten. Aufgeladen mit den dazugehörigen Geschichten reisen sie nun als „Meilensteine“ in die Region und sollen auch in Zukunft Verbindungslinien zwischen den Menschen zeichnen.
Der Wissenschaftsjournalist Michael Gleich gab einen Einblick in den Stand der Forschung. Was sagen die verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen zu den Risiken der Digitalisierung, vor allem da, wo sie den Aspekt der menschlichen Verbundenheit betreffen? Nach der Pause ging es dann konkret um das Projekt, das sich als kleiner, südwestfälischer Beitrag zu dieser großen Menschheitsfrage versteht. Mitglieder des fachübergreifenden Beirats präsentierten die bisher geplanten Bausteine und standen dazu Rede und Antwort. Die InitiatorInnen freuten sich über erste Rückmeldungen und Ideen zur weiteren Entwicklung und luden dazu ein, das Vorhaben weiter zu begleiten.
Der Entwicklungsprozess wird von der LWL Kulturstiftung, der Evangelischen Stiftung Protestantismus und Kultur sowie den fünf südwestfälischen Kreisen gefördert. Im Mai 2022 soll ein konkretes Konzept für die drei Jahre der Umsetzungsphase vorgelegt werden. Ein„Griff nach den Sternen“, denn die REGIONALE 2025 ist als Wettbewerb aufgebaut: Erst wenn nach dem bereits verliehenen ersten Stern der zweite und dritte erreicht werden, fließen die Gelder aus weiteren Fördertöpfen.

Weitere Informationen:


Netzwerk „Wege zum Leben. In Südwestfalen.“
Poststr. 7 57392 Schmallenberg 02972/9740-17
info@wege-zum-leben.com
www.wege-zum-leben.com