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Stadtkapelle, Bad Fredeburg

BAUJAHR: 1644-1645

Die Entstehung der Kreuzkapelle, bzw. Stadtkapelle erfolgte etwa um 1644 - 45, denn im Jahr 1645, kurz vor Ende des 30jährigen Krieges nahm Weihbischof Dr. Frick (16oo - 1655) am 18.11.1645 die Altarweihe im Rahmen einer Visitations- und Firmreise vor. In ihr wurden Reliquien der Hl. Vinzenz und Veit, der Thebäischen und Maurischen Märtyrer, sowie des Bischofs Silvester und Gefährten niedergelegt. Es gibt keine Hinweise auf eine Zerstörung oder Entweihung, so dass der Schluss naheliegt, dass die Kapelle erstmalig geweiht wurde.

BESONDERHEITEN:

Nach gut 130 Jahren ist die Kapelle marode, denn das kleine Fredeburg war nicht in der Lage, die bescheidene Kirche auf dem Burgberg und die Stadtkapelle zu unterhalten. Im Jahr 1774 wird sie, mit Zustimmung des Abtes Friedrich Kreilmann von Grafschaft zu Ehren der hl. Anna und des hl. Blasius neu errichtet, finanziert "durch freiwillige Gaben". Dies geschah von Grund auf, ein Hinweis auf den schlechten Zustand des Vorgängerbaues. Ein Jahr später wurde sie durch den Grafschafter Abt geweiht. Fredeburger Pastor war in jenen Jahren mit Pater Ambrosius Hoock ebenfalls ein Grafschafter Benediktiner, was auf den Einfluss der Grafschafter bei diesem Bauvorhaben schließen lässt.

Ihre heutige zentrale Lage ist erst mit der Vergrößerung des Ortes entstanden, denn ursprünglich lag sie etwa 500 Meter ausserhalb der Stadtmauer. Nachdem die Kirche auf dem Burgberg 1810 beim großen Stadtbrand zerstört und abgrissen wurde, diente die Stadtkapelle von 1812 - 1827, bis zum Neubau der Kirche auf dem heutigen Kirchplatz, als Pfarrkirche und auch als Schule.  Auch während des Bauens der heutigen Pfarrkirche 1932/33 war dies wieder der Fall (jedoch nicht als Schule).  Nach dem 2. Weltkrieg stand sie auch den evang. Christen bis zum Bau der eigenen Kirche 1964 zur Verfügung. Im Laufe der Zeit  musste sie mehrfach renoviert werden.

Als Bau- und Kunstdenkmal fand sie Aufnahme in die "Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Meschede". A. Ludorff beschreibt sie darin als "ein in Renaissance-Bauweise errichtetes einschiffiges Kirchlein mit 3/6 Schlüssen nach Osten und Westen, mit einem Dachreiter, einer Holzdecke, flachbogigen Festern und einem rundbogigen Eingang". Der Renaissancealtar und die Pieta stammen wohl aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, die kleine Glocke wurde 1820 gegossen.

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