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Decke Wormbach

Gebet im Mai 2020

„Sehnsucht nach Schutz“ Ein Vorschlag für ein Gebet im Mai

"Jetzt im Monat Mai schauen wir auf Maria. Viele Menschen verbinden mit ihr vor allem das Bild der Schutzmantelmadonna. Und so haben wir an
dieser Stelle einige Texte und Gebete eingestellt für ein Gebet dass das Thema der Schutzmantelmadonna aufgreift:


Vorbereitung: Ausdruck  des Bildes von Claudia Nietsch-Ochs (unten zum Download) - wenn vorhanden eine  Kerze, vielleicht ein paar Blumen …Musikeinspielungen nach den jeweiligen Möglichkeiten, Papierstreifen, Stifte


Musik / Lied zur Einstimmung

Eröffnung mit dem Kreuzzeichen

Gedanken zur Einstimmung:

Schutzmasken werden zum Symbol dieser Zeit. Ungewohnt, teils belächelt, und doch der Vorschrift unterworfen, tragen wir sie jetzt im öffentlichen Raum.  Wir hoffen, dass wir so geschützt werden vor dem Corona-Virus und vor allem auch andere schützen. Miteinander spüren wir durch diese Pandemie, wie schutzbedürftig unser Leben ist. Wir spüren, wie sehr die Sehnsucht nach  Schutzräumen  wächst in den Familien, in der Gesellschaft … in  Politik und Wirtschaft. Als Christinnen und Christen suchen wir in all den Unsicherheiten dieser Zeit auch Halt im Glauben. Bietet er uns einen Schutzraum in den all den Fragen von heute? Vielleicht bietet sich  trotz allem eine Chance in dieser Krise, darüber miteinander ins Gespräch zu kommen und Austauschformen zu finden. Wo empfinden wir unseren Glauben an diesen Jesus Christus stärkend, stützend und schützend?

Jetzt im Monat Mai schauen wir auf Maria. Viele Menschen verbinden mit ihr vor allem das Bild der Schutzmantelmadonna. Uralte Rechtsbräuche kannten die Mantelflucht,  bei der ein Übeltäter das Recht auf Begnadigung hatte, wenn er sich unter den Mantel einer hochstehenden Frau flüchten konnte. Und sie kannten die Mantelkindschaft, bei der eine Adoption oder die Legitimation unehelicher Kinder durch Ummantelung vollzogen wurde. Beides waren Akte der Barmherzigkeit.

Alte Gebete wie „Unter deinen Schutz und Schirm, fliehen wir, heilige Gottesgebärerin…“ und alte Lieder wie „Maria, breit den Mantel aus..“ , das um 1650 entstanden ist, zeugen davon, wie sich bei Maria das Schutzmantelmotiv durch die Jahrhunderte der Frömmigkeitsgeschichte gehalten hat. Auch wenn wir zu diesen alten Worten  nicht unbedingt alle einen Zugang finden, so ist uns doch die Sehnsucht nach Schutz gemeinsam. Schauen wir auf das Leben dieser Frau aus Nazareth und versuchen wir in  ihrer Haltung auch für uns Hoffnung, Kraft und Ermutigung zu finden.

Gebet

Aus dem Vielerlei unsres Lebens treten wir vor dich, Gott.
Sammle uns aus unserem Suchen und Fragen in dieser Zeit,
dass wir jetzt gegenwärtig sind im Hier und Jetzt,
mit allem, was uns ausmacht und mit unseren Erfahrungen von gestern und von heute.
Öffne unser Herz und unseren Geist
dass wir dein Wort hören und es bedenken.
Lass uns das Leben Mariens zur Hoffnungsbotschaft  werden,
die uns stärkt und nicht aufgeben lässt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Schriftwort

Ein Wort, das auf unsere Sehnsucht nach Schutz eine  besondere Antwort gibt, finden wir im Matthäus-Evangelium:

Jesus spricht es auch uns zu:

„Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ Mt 11, 28-30

Meditation:

Dieses gerade gehörte Wort haben Menschen vieler Generationen auch auf Maria übertragen und haben unter ihren Schutzmantel ihre Lebensprobleme gelegt und sie um Fürsprache gebeten.

Herzliche Einladung jetzt auf das Bild der modernen Schutzmantelmadonna von Claudia Nietsch-Ochs zu schauen. Es ist einem Zyklus von Frauenbildern des Passauer Frauentuchs entnommen.

Bildbetrachtung

Aus dem Labyrinth des Lebens tritt uns die „Himmelskönigin“ entgegen. Mit den pfingstlichen Flammen um ihren Kopf ist sie die Patronin der Kirche. Die zwölf Tore des neuen Jerusalems stellen sie in die Tradition des jüdischen Glaubens und in die Tradition der Verheißungen einer neuen Erde und eines neuen Himmels.

Als „Schutzmantel-Madonna“ bleibt sie den Menschen Begleiterin und Mitschwester im Glauben. Der Mantel ist weit geöffnet. So wie sie selbst in der Gegenwart Gottes beheimatet ist, bietet sie Heimat an. Vier Frauen stehen für die vielen, die immer wieder die Liebe und  die Zuwendung Gottes und der Menschen suchen und ersehnen.

Die Afrikanerin mit dem Malpinsel stellt sich im Existenzkampf ihres Kontinents in den Schatten der Gnade Gottes, dass die Schätze und die Schönheit der Kulturen nicht durch Gewalt und Hunger verloren gehen.

Die Südamerikanerin trägt eine Schüssel mit Brot und auf ihrer Schulter sitzt ein Paradiesvogel. Nur wenn mit den Schätzen der Erde sorgsam und gerecht umgegangen wird, werden alle bekommen, was sie zum Leben brauchen. Sie stellt sich mit ihrer Sehnsucht nach Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in die stärkende Nähe Gottes.

Die Europäerin hat einen Plan und ein Schneckenhaus dabei. Frauen forschen, planen und entwickeln, bringen ihre Fähigkeiten in das Weltenhaus ein und erkennen, dass es bergende Rückzugsorte und  langsame Zeiten braucht in dieser bedrängenden Welt.

Die älteste der vier Frauen, die mit dem Bild auf ihrem Herzen ihren Mann, ihren Sohn oder ihre Tochter sucht, steht geborgen in dem tröstenden Mantel für alle Frauen, die Opfer von Kriegen und Diktatur geworden sind. Die Rose in ihrer Hand ist gleichzeitig Zeichen für die übergroße Kraft der Liebe.

Aktion:

Wir können das Bild weitergestalten heute und jetzt:

Herzliche Einladung an Menschen zu denken, denen wir angesichts der Corona-Pandemie in besonderer Weise Schutz und Hoffnung wünschen… die uns am Herzen liegen, aber auch unsere eigenen Sorgen und Befürchtungen … Nehmen wir uns Zeit dafür! Wenn wir mögen, können wir sie auf Papierstreifen notieren und zum Bild legen -  gewissermaßen unter den Schutzmantel, um so auszudrücken, dass Maria auch uns die Botschaft  weiterschenkt, dass wir im Schutzmantel der Liebe Gottes aufgehoben sind auch heute!

Währenddessen leise Musik

Fürbitten

Lebendiger Gott, du hast Maria ausgewählt, um in der Welt Wohnung zu nehmen. Mit Maria stehen wir als Glaubende und Hoffende vor dir und bitten dich um deine Kraft und Liebe:

  1. Stärke alle Menschen, die sich mit Fürsorge um die Kleinen und Schwachen der Gesellschaft kümmern.  - Berge sie im Mantel deiner Liebe.
  2. Stärke alle Menschen, die die Bewahrung der Schöpfung anmahnen. – Berge sie im Mantel deiner Liebe.
  3. Stärke alle Menschen, die Schutzräume schaffen für Menschen, die zu Opfern der Gewalt und des Krieges geworden sind. – Berge sie im Mantel deiner Liebe.
  4. Stärke alle Menschen, die jetzt in den Zeiten der Pandemie Netze der Unterstützung und Solidarität knüpfen. – Berge sie im Mantel deiner Liebe.
  5. Stärke alle Menschen, die jetzt Verantwortung tragen in Kirche, Politik und Gesellschaft und denen es nicht leicht fällt Entscheidungen zu treffen. – Berge sie im Mantel deiner Liebe.

Alle Gedanken und Bitten können einmünden in das Vater Unser – Gebet und in das Ave Maria

Gebet zum Ausklang:

Wenden wir uns an Maria und bitten sie um ihre Fürsprache:

Segen

Wer möchte, kann an dieser Stelle gern noch das alte Mariengebet sprechen: „Unter deinen Schutz und Schirm …“

Auf die Fürsprache Marias begleite uns Gott in all unseren Lebenssituationen. Er stehe uns bei in unseren Nöten und Fragen und er schenke uns viel  Kraft und die Hoffnung, die wir brauchen, um den Herausforderungen der Zeit zu begegnen. Im Namen des Vaters …

Schlusslied / Musik

B. Klens

Den Text dieses Gebetes im Mai hönnen Sie hier herunterladen: Gebet im Mai 2020 "Sehnsucht nach Schutz"

Bild Schutzmantelmadonna
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